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Tema 9 – El léxico alemán. La formación de palabras. Composición y derivación

1. EINLEITUNG.

Wortbildung ist eine der Möglichkeiten der Wortschatzerweiterung. Zur Wortschatzerweiterung wird im Deutschen am häufigsten neben der Wortbildung die Entlehnung genutzt. Außerdem kann der Wortschatz durch Bedeutungsveränderung und durch Urschöpfung erweitert werden.

1.1 Die Wortbildung als Möglichkeit der Wortschatzerweiterung.

Wortbildung ist die Bildung von Wörtern aus Sprachmaterial, das innerhalb einer Sprache vorhanden ist. Im Deutschen wird der Wortschatz vor allem durch die Kombination von Wörtern, Konfixen und Affixen oder durch die morphologische Umwandlung von Wörtern erweitert,

z.B. die Wörter Dach und Haus werden zu Hausdach zusammengesetzt.

die Konfixe -nom und öko- werden zu Ökonom zusammengesetzt.

Fisch wird von der Wortart Nomen zur Wortart Verb abgeleitet zu fisch(en).

1.2 Die Entlehnung als Möglichkeit der Wortschatzerweiterung.

Entlehnung ist die Übernahme von Sprachmaterial aus einer Herkunftssprache (z.B. dem Englischen) in eine Zielsprache (z.B. das Deutsche). Übernommen werden vor allem Wörter und Phrasen (z.B. Crash, Camouflage, Tohuwabohu, tough, ab ovo), aber auch Konfixe (z.B. ident-, öko-, therm-/-therm) und Affixe (z.B. prä-, -abel, -ing).

Wortbildung unterscheidet sich von der Entlehnung also dadurch, dass Wortbildung ausschließlich mit Sprachmaterial der eigenen Sprache arbeitet, Entlehnung dagegen mit Sprachmaterial einer anderen Sprache.

1.3 Die Bedeutungsveränderung als Möglichkeit der Wortschatzerweiterung.

Bedeutungsveränderung ist wie die Wortbildung auch die ein Prozess innerhalb einer Sprache. Verändert wird die Bedeutung eines Wortes. Bedeutungsveränderung ist u.a.

a) Bedeutungserweiterung (z.B. ich stehe auf dem Bahnsteig neben ich stehe auf Chaos ‘ich mag Chaos, ich finde Chaos wunderbar’).

b) Bedeutungsverengung (z.B. mhd. varn allgemein ‘sich fortbewegen, gehen’ zu fahren ‘sich mit einem Fortbewegungsmittel, meist einem mit Rädern, fortbewegen’).

c) Bedeutungsverschiebung (z.B. mhd. zwec ‘Nagel’ zu Zweck ‘Ziel, Sinn’)

d) Bedeutungsübertragung, Metaphorisierung, Metonymisierung (z.B. Fuchs ‘schlauer Mensch’)

e) Bedeutungsaufwertung (z.B. toll ‘psychisch gestört, verrückt’ zu toll ‘großartig, wunderbar’) bzw. Bedeutungsverschlechterung (z.B. Dirne ‘Mädchen’ zu Dirne ‘Prostituierte’).

Wortbildung unterscheidet sich also von der Bedeutungsveränderung dadurch, dass Bedeutungsveränderung ausschließlich die Inhaltsseite eines Wortes betrifft, Wortbildung dagegen zwar meist ebenfalls inhaltsseitige Veränderungen mit sich bringt, vor allem aber immer Veränderungen der Ausdrucksseite, der Morphologie.

1.4 Die Urschöpfung als Möglichkeit der Wortschatzerweiterung

Urschöpfung (Wortschöpfung) ist ein Verfahren, bei dem Wörter aus Lauten kreiiert werden, die bislang innerhalb einer Sprache so noch nicht zu einem Wort verbunden wurden.

Durch Urschöpfung entstehen vor allem Interjektionen (z.B. Oh! Igitt!) und Onomatopoetika, d.h. Schallnachahmungen wie miau, kikeriki, platsch, plopp, pardauz.

Wortbildung unterscheidet sich also von der Urschöpfung dadurch, dass Wortbildung Wörter überwiegend aus bedeutungshaltigen Einheiten erzeugt, Urschöpfung dagegen Wörter aus einzelnen Lauten zusammenfügt.

2. WORTBILDUNG.

Wortbildung ist die Bildung von Wörtern aus Sprachmaterial, das innerhalb einer Sprache vorhanden ist. Im Deutschen sind die Verfahren, mit denen Wörter aus vorhandenem Sprachmaterial gebildet werden:

1. Die Komposition (z.B. Königsmantel, Biotop, Schickimicki, Mammufant).

2. Die Derivation (z.B. Schönheit, identisch, beladen, Wurf, tränken, fischen).

3. Die Kurzwortbildung (z.B. Prof, Foto, O-Saft, Azubi).

Zu den Wortbildungsarten gehören außerdem:

4. Die Neumotivierung (z.B. Hoch-Zeit).

5. Das Wortspiel (z.B. Obertan, Klebewesen).

2.1 Die Komposition.

Der Komposition (zu lat. compositio ‘Zusammenstellung’), auch Zusammensetzung genannt, ist im Deutschen neben der Derivation eines der beiden Hauptverfahren zur Bildung neuer Wörter.

Bei der Komposition werden mindestens zwei Wörter (z.B. König, elegant, knirsch-, vor, wir) und/oder Konfixe (z.B. bio-, polit-, therm-/-therm, phil-/-phil) zu einem Kompositum zusammengesetzt.

Komposita sind z.B. Königsmantel, Biotop, Politthriller, Vordach, Wir-Gefühl, pantherelegant, bibliophil, knirschkau(en).

Es können auch mehr als zwei Wörter und/oder Konfixe miteinander kombiniert werden (z.B. Königsmantelfabrikant, wintergrasgrün).

Zu unterscheiden sind vor allem:

Determinativkomposita (z.B. pantherelegant).

Kopulativkomposita (z.B. schwarzweiß).

Zur Komposition werden auch die selteneren Wortbildungsarten Reduplikation (z.B. Wirrwarr, Schickimicki) und Kontamination (z.B. Mammufant, fahrradiesisch) gerechnet.

2.1.1 Das Nomenkompositum.

Für alle Nomenkomposita gilt, dass das letzte (= rechts stehende) Element ein Nomen ist. Das zusammengesetzte Wort hat den gleichen Artikel und die gleiche Flexionsklasse wie dieses Nomen.

zß:

2.1.2 Das Adjektivkompositum.

Für alle Adjektivkomposita gilt, dass das zweite (= rechts stehende) Element ein Adjektiv ist.

zß:

2.1.3 Das Verbkompositum.

Für alle Verbkomposita gilt, dass das zweite (= rechts stehende) Element ein Verb ist. Das zusammengesetzte Wort gehört zur gleichen Flexionsklasse wie dieses Verb.

zß:

2.1.4 Das Konfixkompositum

Konfixe bilden nicht nur Nomina und Adjektive (z.B. Astronaut, Babycaust, bibliophil, tütoman, sondern auch komplexe Konfixe, so werden :

z.B. die Konfixe geo- und -log zu einem komplexen Konfix geolog- zusammengesetzt, das abgeleitet wird zu Geologe, Geologie, geologisch.

2.1.5 Das Kompositum anderer Wortarten

Nicht nur Nomina, Adjektive, Verben und Konfixe entstehen durch Zusammensetzung, sondern auch andere Wortarten, z.B.

Präpositionen (z.B. gegenüber)

Partikel (z.B. durchaus, vielleicht)

Junktoren (z.B. wobei)

Artikel (z.B. wieviele)

2.2 Die Derivation.

Die Derivation (zu lat. derivare ‘leiten, ableiten, wegleiten’), auch Ableitung genannt, ist neben der Komposition eine der beiden Hauptverfahren zur Wortbildung.

Bei der Derivation wird ein Wort als Wortform (z.B. Gold, schön, schöner, flieg-, fliegen) oder ein Konfix (z.B. polit-, ident-) zu einem Derivat abgeleitet (z.B. goldig, schönen, das Fliegen). Das Wort oder Konfix, das abgeleitet wird, wird als Basis bezeichnet.

Unter dem Begriff Derivation werden hier drei Wortbildungsarten zusammengefasst:

Explizite Derivation: die Ableitung mit Wortbildungsaffixen wie -heit, -ig, be- : schön -> Schönheit, Gold -> goldig, polit- -> politisch, laden -> beladen, ident- -> identifizier(en).

Implizite Derivation: die Ableitung mit Ablaut: trinken -> tränken.

– Konversion: die Ableitung allein durch Wortartwechsel: angst -> Angst, fliegen -> das Fliegen, Ernst -> ernst, Fisch -> fisch(en)

Durch Derivation entstehen Nomina, Adjektive und Verben sowie einige andere Wortarten:

1. Das Nomenderivat:

2. Das Adjektivderivat:

3. Das Verbderivat:

4. Das Derivat anderer Wortarten:

2.3 Die Kurzwortbildung

Außer durch Komposition und Derivation werden im Deutschen auch durch Kürzung Wörter gebildet.

Bei der Kurzwortbildung werden Langformen zu im Wesentlichen gleichwertigen Varianten gekürzt,

z.B. Er ist Auszubildender/Azubi bei der Post.

Die Langformen sind Nomina (z.B. Auszubildender) oder Phrasen (z.B. Zweites Deutsches Fernsehen -> ZDF).

Kurzwörter sind immer Varianten zu weiterhin existierenden Vollformen. Das unterscheidet sie elementar von allen anderen Wortbildungsprodukten: Kurzwort und Langform existieren parallel im Wortschatz. Kurzwörter sind eigenständige Wörter. Daher gehört die Kurzwortbildung auch zur Wortbildung, die ja definiert wird als Bildung von Wörtern aus vorhandenem Sprachmaterial.

Üblicherweise behält das Kurzwort alle grammatischen Eigenschaften seiner Langform. Ausnahme ist das bei manchen Kurzworttypen relativ regelmäßige Plural-s (z.B. ABMs, Demos, Kats, Lkws, Profs). Gelegentlich haben Kurzwörter auch ein eigenes, von der Langform abweichendes Genus (z.B. das Info vs. die Information)

Nach der Art der Kürzung zu unterscheiden sind:

Unisegmental gekürzte Kurzwörter: Abi <- Abitur, Cello <- Violoncello, Lisa <- Elisabeth.

Partiell gekürzte Kurzwörter: U-Bahn <- Untergrundbahn.

Multisegmental gekürzte Kurzwörter: Lkw <- Lastkraftwagen.

Wie alle anderen Nomina werden auch Kurzwörter zur Wortbildung herangezogen, nämlich zur:

a) Komposition mit Kurzwörtern: Matheprof

b) Derivation mit Kurzwörtern: SPDler

2.4 Die Neumotivierung.

Zu den Wortbildungsarten im weiteren Sinne gehört neben die Neumotivierung.

Unter Neumotivierung wird ein Vorgang verstanden, bei dem an die Ausdrucksseite eines etablierten Wortes angeknüpft und mit den semantischen Interpretationsmöglichkeiten der Ausdrucksseite dieses Wortes gespielt wird.

z.B. das etablierte Kompositum Morgenland ‘Orient, d.h. Land, in dem es zuerst Morgen wird’ umgedeutet zu ‘Land, wie es morgen sein wird’.

2.5 Das Wortspiel.

Zu den Wortbildungsarten im weiteren Sinne gehört neben der Neumotivierung auch das Wortspiel.

Beim Wortspiel werden etablierte Wortbildungsprodukte ironisch-spielerisch aufgegriffen und analog zum Ausgangsprodukt umgeformt.

Wortspiele gelten im Deutschen als zwar amüsant, aber unseriös; sie kommen daher in der Regel nur in bestimmten Textsorten vor.

zß: Alles frischobello am S-Bahnhof Buckower Chaussee [zu picobello] [Tageszeitung (TAZ)]